Ja, Herr Stronach, nein, Herr Stronach

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Ja was denn nun. Nein, Herr Stronach, Sie haben das missverstanden. In der ZIB können Sie sich keine Redezeit kaufen. Es tut mir wirklich leid, aber das geht nicht. Warum nicht? Nun, die Zeit im Bild ist als Nachrichtensendung gemacht… wie bitte? Ach so, ja. Das Interview als Form medialer Aufbereitung hat eine lange Tradition. Das mag dumm sein, Herr Stronach. Ja, natürlich ist das dumm. Zwei Menschen, die miteinander reden und dabei gefilmt werden. Aber auch wenn Sie finden, dass das dumm ist, die lieben Redakteure vom ORF finden das nicht. Die glauben, es ist besser, Sie antworten auf Ihnen gestellte Fragen. Na schauen sie, wenn die Dittlbacher oder der Wolf oder- wie bitte? Aso, nein. Nicht der Sigi Wolf sondern der Armin Wolf. Also, wenn die Zuschauer spitzkriegen, dass jemand einfach so in ihr Studio kommt und eine Rede hält, dann fragen die sich doch, wofür sitzen die Dittlbacher und der Wolf eigentlich da. Sehen Sie, Herr Stronach. Schwuppdiwupp sind die draußen. Die kriegen fürs Fragen gezahlt. Warum dann kein Steuerzahler zu Wort kommt, das weiß ich auch nicht. Vielleicht liegt‘s daran, dass sie in der Schweiz Steuern zahlen? Aber das kann ich mir nicht vorstellen, es geht ja nicht darum, wo man Steuer zahlt sondern nur dass man zahlt. Nicht, Herr Stronach?

Warum die Ihnen so dumme Fragen stellt? Ich bitt Sie, dass dürfen‘s doch nicht so ernst nehmen. Also, schauen Sie, sie muss doch erst mit Ihnen ins Gespräch kommen. Da bietet sich natürlich eine am Anfang gestellte Frage an… wie bitte? Aso, ja. Naütrlich ist das hinfällig wenn Sie eine Rede hätten halten dürfen, aber wie ich schon erklärt hab… Nein, Herr Stronach, nein. Ja, wir haben schon miteinander geredet. Also, wie Sie wissen ist ein Interview ja für andere Leute gedacht. Die sollen am idealsten das fragen, was die Zuschauer auch fragen würden, vielleicht viel schärfer noch, um schneller zum Punkt… nein, das ist ein metaphorischer Punkt. Da steht auf keinen Fall ein Buchstabe, schon gar kein „G“ davor. Nein, Herr Stronach.

Also, Sie waren wirklich großartig. Nein, tatsächlich. Sie können ja nichts dafür, dass der ORF so ein linkslinker, erzroter Sender, nicht tut, was Sie wollen. Die sind so dumm. Ich verstehe auch nicht, wie man sich so lange im Geschäft halten konnte, wenn man so dumm ist. Das schlägt ja einer Kuh den Euter ab, sehr richtig, Herr Stronach. Ich finde auch, dass man Sie wesentlich besser hätte behandeln müssen, Ihnen den Respekt zusichert, den sie verdienen. Sie haben auch so tolle Inhalte vertreten. Ach, ESM oder EMS oder ESF oder FSE oder WFP, ach, wen schert das. Die Menschen wissen, wer gemeint ist. Sie können sich voll mit Ihren Zielen und mit Ihnen identifizieren, Herr Stronach. Absolut. Ich bin mir sicher, nach diesem Auftritt wird eine Partei sich ganz sicher bereit erklären, ihre Unterstützung mit beiden Händen anzunehmen. Wissen ja auch nicht, wo sie das Geld hernehmen sollen, die armen. Parteienförderung? Nein, die ist ja absolut medial aufgeblasen. Das stimmt ja alles nicht. Genau, Herr Stronach, wie Sie immer sagen, die lügen alle. Sie sind der Einzige, der die Wahrheit sagt, der Bevölkerung. Richtig, Sie haben Recht, Herr Stronach.

Ich kann gar nicht verstehen, warum nach diesem fachkundigen, wirklich beeindruckenden und absolut vorzüglichen Aufritt jemand auf den Gedanken kommen könnte, sie könnten nicht geeignet sein für die Rettung des Landes. Jedermann muss doch beinahe schon schreien: Retten Sie mich Frank, Retten Sie mich! Ich sehe das auf jeden Fall so. Natürlich, Herr Stronach. Ja, Herr Stronach, nein, Herr Stronach.

Lesen Sie hier das komplette Interviewtranskript von Neuwal.

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