Sonne, Sommer, Sommerloch

Zum Schluss wird man noch von niemand Speziellem, vor allem nicht von ehemaligen Gesundheitsministerinnen, verklagt…

Diese Website wird nicht mehr aktualisiert. Sie finden neue Beiträge unter https://rjspoetta.at.

Wie jedes Jahr während der Sommermonate wird es auch heuer wieder schön lustig. Wenn nämlich die österreichische (Innen-)Politik inmitten der Sommerpause steckt, gibt es scheinbar nicht allzu viel, worüber manche Politikjournalisten und -innen schreiben wollen oder können. Heuer ist es allerdings ein wenig anders. Heuer kann man als aufmerksamer Leser oder als aufmerksame Leserin Politik-Schlager-Schlagzeilen darüber lesen, wie irgendjemand, von dem man selbst noch nie etwas gehört hat, die Bronzemedaillie für sein Land in einem Sport wie „Schnellgehen“ bei den olympischen Spielen gewinnt. Oder man liest, hört und sieht von enorm wichtigen Begegnungen im Sport, die absolut hochpolitisch sind. So ähnlich wie Fußballmatches zwischen Größen wie England und Irland. Matches wie Süd- gegen Nordkorea oder Deutschland gegen alle anderen. Die politische Dimension solcher Begegnungen kann man doch nicht nicht beachten.

Aber worüber will man denn sonst auch großartig schreiben? Ich selbst bin da mit mir noch etwas uneinig. Wie wäre etwa eine Glosse über Alfons Mensdorff-Pouilly und sonstige, unter Unschuldsvermutung stehende Lobbyisten? Da fehlt doch leider im Moment die Aktualität. Auch wenn mir da schon ein Titel vor dem geistigen Auge schweben würde. „Wetzt die Zähne, hinterher“, ein Zitat aus dem Polanski-Film Tanz der Vampire, ein paar Blutsauger/Vampir-Metaphern hineingehaut und die Geschichte erzählt sich praktisch von selbst. Aber das kann ich doch auch nicht schreiben. Zum Schluss wird man noch von niemand Speziellem, vor allem nicht von ehemaligen Gesundheitsministerinnen, verklagt.

Oder ich schreibe eine tolle, gesellschaftskritische Reportage über Italien. Das passt gut, wo ich schon ein, zweimal unten war, dieses Jahr. Hier auch wieder eine – ordentlich gesellschaftskritische – Schlagzeile: „Zwischen Quallen und ,Führerwein‘…“ Na, wie wäre das? Ich könnte darin fordern, dass Italien endlich ein Verbotsgesetz gegen nationalsozialistische Wiederbetätigung erlässt. Aber ich denke, es wird nicht gelingen, das durchzusetzen, wäre wie der Versuch, eine Raumsonde auf dem Mars zum Landen zu bringen. Hey, gleich das nächste Thema um darüber zu schreiben. „Mission to Mars“ wäre vielleicht ein netter Titel für die Geschichte. Wobei, da komme ich schon in Versuchung, drunter das Gesicht von Alfons M… aber nein. Sonst wird man ganz sicher verklagt.

Ich könnte mich auch mit ein paar Verschwörungstheorien beschäftigen, wie die NATO schon einen groß angelegten Angriff auf Syrien vorbereite, nur noch auf einen Auslöser wartend. Oder mit der Entlassung von mehreren Ministern aus dem afghanischen Kabinett. Oder mit Spaniens „Schlag gegen Al-Kaida“. (derstandard.at/1343743902845/Spaniens-Schlag-gegen-Al-Kaida-droht-zum-Fiasko-zu-werden, 4. August 2012) Oder mit der „Verhandlung“ der Pussy Riot. Oder von der Arbeit an einer ägyptischen Verfassung. Oder…

Aber das ist zu unbequem.

Advertisements

Kommentieren

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s