Die Chance der Gewalt

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Eine solche Attacke wäre nicht zu rechtfertigen, meinte US-Präsident Barack Obama. In dessen Rede ging es um die Angriffe gewaltsamer Demonstranten auf die Botschaft in Kairo und vor allem um die Attacke auf das Konsulat in Benghazi. Als Grund für diese Anschläge ist ein Video zu nennen, das ein US-Amerikaner auf YouTube gestellt hatte. In diesem Video wird der islamische Prophet Mohammed als Kinderschänder und Vergewaltiger dargestellt, auch sonst wird der Islam auf verschiedenste Art und Weise herabgewürdigt.

Die Antwort der Vereinigten Staaten und Präsident Obamas ließ, wie erwartet, nicht allzu lange auf sich warten. Wie die ZEIT berichtet, möchte der Präsident eine Anti-Terror-Einheit, bestehend aus 50 Marinesoldaten nach Libyen entsenden, um, wie es in diesem Artikel heißt, „die Angreifer zur Rechenschaft [zu] ziehen.“

Die Situation, die jetzt entsteht, bzw. bereits entstanden ist, birgt meines Erachtens nach gleich zwei heikle, aber auch chancenbehaftete Situationen in sich. Zum Einen, natürlich, sind US-amerikanische Interessen der internationalen Kooperation in der Region zu beachten. Wie ebenfalls berichtet wurde, kooperierten der libysche Staat und die USA bereits bei der Verteidigung des Konsulats miteinander, diese Möglichkeit besteht nun auch bei der Verfolgung der für diese Anschläge Verantwortlichen. Allerdings werden die Beziehungen der Vereinigten Staaten zu der gesamten Region auf eine Probe gestellt. Ein richtiges Verhalten ist essentiell.

Zum Anderen ist eine solche Attacke auf de facto US-Territorium eine Gelegenheit für Präsident Obama, sich möglichst souverän und staatsmännisch zu positionieren – noch mehr, als er es ohnehin schon tut. Vor allem ist diese Situation, so kurz vor der nächsten Präsidentschaftswahl, „praktisch“. Denn eine Hardliner-Position, der er mit einer harten Rhetorik und dem Entsenden der 50-Mann-Kampftruppe entspricht, wird bei der Wählerschaft wohl ziemlich gut ankommen.

Barack Obama pflegt jetzt schon das außenpolitische Image eines entschlossenen Kämpfers, der Person, die Osama bin Laden töten ließ. Für seinen Wahlkampf ist dieser Angriff eine Gelegenheit, sich auf seine Stärken zu berufen, sich besser zu positionieren. Mitt Romney hat dem wohl kaum etwas entgegenzusetzen.

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