Go, Ohio!

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Im Moment sieht es gar nicht schlecht aus für Präsident Obama, denn es sieht so aus, als könne er Ohio durchaus für sich gewinnen. Die Umfragen sehen ihn seit Wochen relativ stabil bei einer knappen Mehrheit von 50 bis 51 Prozent. Dieser Abstand ist zwar nicht besonders bequem, aber was soll man tun. Für Mitt Romney ist dieses Ergebnis wesentlich unbequemer. Denn verliert er Ohio, kann er einpacken.

Karte von Ohio
Map of Ohio NA“ von National Atlas. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.

In den USA – ähnlich wie in Österreich – wählen viele Menschen entweder die Demokraten oder die Republikaner, weil sie es „schon immer“ getan haben. Solche Bundesstaaten gelten in der Regel als relativ sicher, als safe states. Ändert sich das nicht über Nacht sehr radikal, können sich die beiden Kandidaten auf das Abstimmungsverhalten bis zu einem gewissen Grad verlassen. Texas beispielsweise ist erzrepublikanisch und wird höchstwahrscheinlich für Mitt Romney stimmen, während New York beispielsweise ziemlich sicher Barack Obama wählen wird. So sicher ist allerdings nicht jeder Staat. In den swing states, mehr oder weniger scherzhaft auch battleground states genannt, schenken sich Obama und Romney nichts – denn diese Staaten werden vermutlich den Ausgang der Präsidentschaftswahl 2012 bestimmen.

Bei der aktuellen Präsidentschaftswahl sind die voraussichtlichen swing states Colorado, Florida, Iowa, Nevada, New Hampshire, North Carolina, Ohio, Virginia und Wisconsin. Insgesamt bringen diese Staaten 110 Wahlmännerstimmen; Ein Kandidat muss mindestens 270 Stimmen auf sich vereinen, um Präsident zu werden. Würden nur die safe states berücksichtigt und wählen diese „wie immer“, bekäme Obama 237, Romney 191 Wahlmänner. Es kommt also auf die 110 Wahlmänner der swing states an. Hier ist Romney’s Lage eine durchaus prekäre, denn der Republikaner braucht 79 Wahlmännerstimmen zusätzlich, um das Rennen für sich zu entscheiden, Präsident Obama lediglich 33. An diesem Punkt werden die Umfragen hochinteressant.

Staat Barack Obama Mitt Romney
Colorado 48,2 47,6
Florida 47,7 49,1
Iowa 47,8 45,3
Nevada 50,2 47,4
New Hampshire 49,0 47,5
North Carolina 46,0 49,8
Ohio 49,3 46,5
Virginia 47,6 47,9
Wisconsin 50,5 45,5

Angaben in %, basierend auf Zahlen des Magazins Politico

Diesen Zahlen nach zu urteilen, bekäme Barack Obama ausreichend, nämlich 53, Wahlmänner, Mitt Romney „nur 57“ – zu wenig für das Weiße Haus. Der amtierende Präsident könnte also durchaus 20 Wahlmänner verlieren und trotzdem gewinnen. Die Umfragen hier sind mit Vorsicht zu genießen, da deren Ergebnis noch teilweise in der Schwankungsbreite liegt. Lediglich in Nevada und Wisconsin scheint es relativ sicher für Obama zu sein, während North Carolina und Florida zu dessen Republikanischen Gegenkandidaten tendieren. Hier wird es noch eine Spur interessanter: Gewinnt nämlich Mitt Romney in allen anderen swing states außer Nevada und Wisconsin, was ziemlich unwahrscheinlich ist, fallen ihm 94 deren Wahlmänner zu. Einen Ausfall von 15 Wahlmännern könnte er verkraften – also North Carolina, was doch unwahrscheinlich ist, oder Ohio. Dementsprechend kommt Ohio eine unermessliche Bedeutung zu, denn wiederum wird es der Buckeye state sein, der über den Präsidenten entscheidet. Damit bewahrheitet sich das Sprichwort as Ohio goes, so goes the nation.

Umso verständlicher natürlich, dass sich die beiden Kandidaten gerade dort fetzen wie die blöden. Romney wolle „die Nation einen“, ein Slogan, den schon Obama 2008 für sich eingenommen hatte und den man ihm nach seinen Kommentaren, auf 47% der US-Amerikaner verzichten zu können, nicht mehr so recht glauben mag. Der Präsident warf Romney wiederum vor, alte, nicht funktionierende Ideen als „neu“ zu bezeichnen und als „Wandel“ verkaufen zu wollen. Das stimmt, doch der fundamentale Wandel, den Barack Obama noch 2008 versprochen hat, ist, sieht man von der Gesundheitsreform und den Veränderungen in der Außenpolitik ab, ausgeblieben.

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