Zwei ideologische Gegenpole

Werner Faymann schließt eine Koalition mit der FPÖ kategorisch aus. Heinz-Christian Strache fand im Duell mit dem Bundeskanzler zu alter Agitation zurück.

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Es sei ein direktes Kanzlerduell – Zwangsoptimismus von Heinz-Christian Strache. Die FPÖ müsste deutlich zulegen, um auf Platz eins oder Platz zwei zu kommen, rein theoretisch müsste sich die ÖVP dann entscheiden, ob sie mit der FPÖ eine Koalition eingeht, wie bereits im Jahr 2000 geschehen. Doch selbst dann ist nicht sicher, dass Heinz-Christian Strache Bundeskanzler wird. Während also der FPÖ-Obmann versuchte, sich selbst als potenziellen Kanzler ins Spiel zu bringen, setzt Werner Faymann in seinem Wahlkampf darauf, eine schwarz-blaue Koalition zu verteufeln und als das Schlechteste darzustellen, was der zweiten Republik je passiert ist. Die Kommunikationsmuster, die im Duell SPÖ gegen FPÖ erkennbar sind, unterscheiden sich nicht sonderlich von denen des Jahres 2008. Während Werner Faymann zu Beginn der Debatte noch versuchte, zu blockieren, und auf die gute wirtschaftliche Lage Österreichs im Vergleich zu den anderen Staaten der Europäischen Union hinwies, um sich selbst ein wenig zurückzuhalten und sich auf seine Kernwähler zu konzentrieren, griffen sich die beiden Kandidaten bald heftig an.

„Während ich die fünf Jahre gearbeitet hab, muss ich Sie fragen, was haben Sie die fünf Jahre gemacht?“
Werner Faymann

Da sich die Wählerschichten der SPÖ und der FPÖ bis zu einem gewissen Grad überschneiden – wie auch aus verschiedenen Wählerstrom-Analysen des SORA-Instituts hervorgeht – ist es, wie bereits im vorigen Duell zwischen Eva Glawischnig und Michael Spindelegger, für die beiden Kandidaten wichtig, sich voneinander abzugrenzen. Hr. Strache versuchte dies durch Agitation und heftige verbale Angriffe zu erreichen, wie man es von ihm in den vorigen Konfrontationen nicht gesehen hatte. Werner Faymanns Strategie ist ähnlich aufgebaut wie seine Plakatkampagne, handelte es sich bei seinem gestrigen Auftritt nicht tatsächlich um eine heftige emotionale Reaktion. Einerseits versuchte Hr. Faymann, seine Position als guter Bundeskanzler zu stärken, indem er seine Erfolge besonders betonte. Als diese Strategie drohte fehlzuschlagen, da Hr. Strache ihn mit Vorwürfen konfrontierte, griff er ihn an, versuchte, sich für seine Sache leidenschaftlich einzusetzen, kurzum – er wurde zu dem großen, leidenschaftlichen Sozialdemokraten, den die SPÖ-Plakatlinie zu inszenieren versucht. Die Wirtschaftskrise sei vor allem daran schuld, dass Österreich jetzt schlechter dastünde, als es eigentlich könnte.

„Sie haben versprochen – und gebrochen.“
Heinz-Christian Strache

Bereits nach der Hälfte der Zeit, die vergangen war, schenkten sich die beiden Politiker nichts, Hr. Faymann bemühte sich, Hrn. Strache vorzuführen, dieser attackierte umso heftiger. Insgesamt ist dieses Duell eines, das zwar sehr viel heftiger geführt wurde, als das Duell zwischen Hrn. Spindelegger und Fr. Glawischnig, dennoch ging hier kein eindeutiger Sieger hervor. Für ihre beiden Wählerschichten dürften beide eine recht überzeugende Debatte geliefert haben. Doch am Ende der Debatte entzündete sich ein Schreiduell. Stein des Anstoßes stellte ein angebliches Wahlplakat der SPÖ dar, welches in türkischer Sprache verfasst worden war. Während Hr. Strache versuchte, Hrn. Faymann Anbiederung zu unterstellen, betonte dieser, dass das kein Plakat wäre, das von den Sozialdemokraten in Auftrag gegeben worden war. Mit der Frage „Ist das Deutsch?“ brachte der FPÖ-Obmann wieder einen deutlichen Schlenker an den rechten Rand in der Diskussion unter, woraufhin Hr. Faymann feststellte, dass sich die SPÖ davor hüten werde, mit jemandem wie Hrn. Strache zusammenzuarbeiten.

„Zuerst muss ich einmal sagen, dass das Aneinanderreihen von Vorwürfen, die Ihnen der Herr Kickl aufschreibt, seit vielen Jahren, ja nicht neu ist.“
Werner Faymann

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