Familienansichten

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Ich bin weder Experte für Gesellschaft, Gesellschaftspolitik, Familienpolitik oder in irgendeiner anderen Form dafür qualifiziert, über das Thema Familie zu schreiben. Wie wird Familie in zehn, zwanzig, dreißig Jahren aussehen? Gibt es zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch Familien? Warum schon, warum nicht? Heute ist der Begriff Familie zu einem stark umkämpften Begriff geworden. Viele Menschen in Österreich sehen sie als etwas Wichtiges an, etwas, das Menschen glücklich zu machen vermag.

Wie gesagt, ich bin kein Experte, also kannst du mir jetzt einfach glauben oder nicht. Aber mir scheint es plausibel, dass es das Familien noch sehr lange geben wird. Wie diese aber aussehen, das kann ich nicht sagen und sonst auch niemand. Familien waren immerhin auch nicht von Beginn an so, wie sie heute sind, das ändert sich. So, wie es sich geändert hat, dass in den Vereinigten Staaten noch vor gut 50, 60 Jahren Schwarze und Weiße nicht heiraten durften. Ganz sicher wird irgendwann der Tag kommen, an dem gleichgeschlechtliche Paare nicht bloß heiraten sondern auch Kinder adoptieren dürfen. Wie wird Familie aussehen? Ich weiß es nicht. Würde ich das behaupten, ich würde lügen.

Familien sind auch kein Gegenstand, den man behandeln kann, wie man möchte. Was eine Familie ist lässt sich nicht einfach so bestimmen, letztendlich besitzen lediglich diejenigen Menschen für sich selbst Bedeutungshoheit über Familien. Sprich, jeder definiert Familie nur für sich selbst und das ist gut so. Familie ist ein offener Begriff, hierbei handelt es sich nicht um eine Institution, wie eine Ehe und kann auch nicht formalisiert werden. Verwandtschaftsbeziehungen sind dabei nicht alles, wenn jemand einen Freund oder eine Freundin hat, der bzw. die ihm so nahesteht wie Bruder oder Schwester, wer hätte dann das Recht zu sagen, hierbei handele es sich nicht um eine Form der Familie?

Auf gar keinen Fall darf irgendjemand über Formen des Zusammenlebens, über Formen von Lebensgemeinschaften urteilen. Das geht niemanden etwas an, außer denjenigen, die davon betroffen sind. Lass dich auf gar keinen Fall von irgendjemandem, der dir prinzipiell völlig egal sein kann, erzählen, dass diese eine oder jene andere Form der Familie unnatürlich sei, dass irgendetwas anderes besser sei. Es spielt keinerlei Rolle, es geht auch niemanden etwas an. Warum sollte Familie oder Ehe die Keimzelle des menschlichen Zusammenlebens sein? Warum sollte die eine Form der Familie die andere abwerten? Was macht manche Familien besser als andere? Warum sollte Familie, wie sie sich manche Menschen vorstellen, für alle anderen zentral sein? Wer sagt, dass das Lebensbündnis aus Mann und Frau, die Ehe, tatsächlich nur für Mann und Frau gelten sollte? Es geht schlichtweg niemanden etwas an, nur diejenigen, die es betrifft. Insofern sind Aussagen einzelner zu Familien, wie sie aussehen könnten oder sollten, geradezu vermessen.

Erschienen in Kjeah! (4/13)

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