Vierzehn

Das Jahr 2014 hat begonnen und wird einige Veränderungen mit sich bringen.

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Ein neues Jahr beginnt man am schlechtesten damit, das alte zu rekapitulieren. Neues Jahr, neues Glück, oder sollte man sagen, die alten Karten werden neu gemischt? Persönlich und beruflich kann sich einiges ändern, wirtschaftlich-finanziell oder familiär. Je nachdem, was man denn alles für Figuren beim Bleigießen bekommen hat.

In der internationalen Politik wird sich wohl nicht allzu sehr viel verändern. Es sind kleine Schritte, die manche Staaten aufeinander zugehen, es sind kleine Erfolge, die Vertrauen fördern und Schranken abbauen. Wer hätte vor fünf oder zehn Jahren gedacht, dass es eine Einigung im Atomstreit mit dem Iran geben könnte? Hier kann nicht von einem kompletten Neuanfang gesprochen werden, nicht einmal vom neu Mischen der Karten. Stellen Sie sich vor, Sie pokern mit der immergleichen Kombination, dem immergleichen Blatt. Ein besseres Beispiel wäre eine sehr lange Schachpartie. Noch besser, stellen Sie sich vor, in einem Schachspiel würde jedes Mal, wenn es darum geht, eine Figur zu schlagen, um diesen Zug gepokert werden. Das ist Diplomatie.

Ähnlich geht es auch bei den bereits vergangenen Koalitionsverhandlungen zu, was in diesem Absatz wiederum eine Rekapitulation erfordert, die ich eigentlich vermeiden wollte. Aber sei’s drum. Die österreichischen Koalitionsverhandlungen passen nicht zu dem oben gezeichneten Bild, weder, was das Schachspiel, noch was das Pokerspiel betrifft. Michael Spindelegger erweckte ja gekonnt den Eindruck, dass die Ministerposten in Österreich durch quasi-Verlosungen vergeben werden, das könnte man auch mit Roulette vergleichen. Ob mit der ganz normalen oder der russischen Version sei dahingestellt.

Sei es, wie es sei: neue (oder alte) Regierung, neues (oder altes) Pech; jetzt richten wir unseren Blick noch weiter in die Vergangenheit. 2014, das dürfte spätestens nach diversen Sonder- und Spezialausgaben verschiedenster Zeitungen und Zeitschriften allgemein bekannt sein, jährt sich der Erste Weltkrieg zum 100. Mal, ein Ereignis, das von geopolitischer Tragweite war und letztendlich zur Gründung der 1. Republik geführt hatte. Aber auch in anderer Hinsicht ist ’14 ein Jubiläumsjahr. Vor 20 Jahren trat Nelson Mandela sein Amt als südafrikanischer Präsident an und der König der Löwen (der Film!) erschien, der Tod von Kronprinz Rudolf jährt sich zum 125. und der Tod Berta von Suttners zum 100. Mal, der von Kaiser Augustus sogar zum 2.000. Mal. Auch diese Rekapitulation ist vergleichbar mit dem Schachspiel, es ist, als ob man bekannte, vergangene Partien wieder aufleben ließe. Glücks- und Strategiespiele sind also offenkundig ganz gute Metaphern für politische Ereignisse, sowohl in der Vergangenheit als auch in der Zukunft.

Der Blick in die Vergangenheit zeigt einem also bis zu einem gewissen Grad den Weg in die Zukunft. Vergangene Fehler und Erfolge bieten Beispiele und Inspirationen dafür, wie man manche Dinge tun oder besser nicht tun sollte und manchmal auch, wie man es besser machen könnte. Es ist also keine Frage des Wollens, ob man die vergangene Zeit rekapitulieren sollte oder nicht. Besonders auch in den oben genannten Punkten, in internationaler und nationaler Politik zeigt sich die enorme Bedeutung der Vergangenheit und der (manchmal gemeinsamen) Geschichte.

Auch ich täte gut daran, mir selbst in diesem Punkt zu glauben. Ich werde mich daher bemühen, alles, was ich bisher gemacht habe, noch besser zu machen. 2014 kann also als der Versuch eines Neuanfangs gesehen werden: Ich mische also die Karten neu. Das bedeutet den Versuch, die Investition von Zeit und Energie darin, das Leseerlebnis meines Blogs zu verbessern und die Qualität der Beiträge zu erhöhen. Dazu ein Landsmann von Kaiser Augustus: Alea iacta sunt. Das ist auch schon die letzte Anspielung auf Dinge, die man im Casino tun kann.

In diesem Sinne hoffe ich, dass 2014 auch für Sie Erfolg und, sofern Sie das wollen, einen Neustart bereithält. Prosit Neujahr!

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