Assad kann sich ins Fäustchen lachen

Vom Aufstieg der Terrorgruppe I.S. profitiert vor allem Bashar al-Assad. Das syrische Regime kann sich als praktikabler Verbündeter für den Westen inszenieren.

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Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis sich der Syrische Bürgerkrieg bis über die Grenzen Syriens hinweg ausdehnt. Dass besonders der Irak davon betroffen ist, ist kein Zufall, immerhin entstand die Terrormiliz I.S. aus der Gruppe „al-Qaida im Irak“. Besonders tragisch ist die militärische Unfähigkeit der irakischen Armee, gegen diese Bedrohung vorzugehen, was sicherlich auch der Auflösung der Armee durch die Vereinigten Staaten im Jahr 2001 und der politischen Spaltung des Irak geschuldet ist. Auch das Zögern Barack Obamas, gegen I.S. vorzugehen, hat zu dessen Erstarken beigetragen.

Aber ohne den Syrischen Bürgerkrieg hätte I.S. wohl kaum Nährboden gefunden. Dennoch ist die Schuld vor allem bei jenen zu suchen, die vor allem islamistisch-salafistische Splittergruppen bewaffnet und finanziert haben. Im Fall des I.S. waren es vor allem private Spenden aus Saudi-Arabien, Qatar und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Ironie dabei ist, dass Saudi-Arabien auf diese Weise Bashar al-Assad stürzen wollte, um Syrien aus dem Bündnis mit dem Iran zu lösen. Das ist gründlich misslungen.

Nicht nur, dass sich jetzt der Iran wieder an die USA annähert, Assad hat durch I.S. die besten Chancen, an der Macht zu bleiben. I.S. ist gegenwärtig nämlich das größte Problem in der Region, dessen Bekämpfung sich USA und EU voll und ganz widmen. Auch noch gegen das syrische Regime vorzugehen, genießt keine Priorität mehr, Assad kann sich – nicht einmal zu Unrecht – als „kleineres Übel“ inszenieren. Selbst die New York Times stellt mittlerweile eine Zusammenarbeit mit dem syrischen Regime in den Raum, um einen weiteren Verbündeten im Kampf gegen I.S. zu gewinnen.

Das bedeutet letztendlich, dass die syrisch-russische Strategie, sofern es beabsichtigt war, voll und ganz aufgegangen ist. Bashar al-Assad brauchte nur abzuwarten und die ganze Angelegenheit auszusitzen. Da I.S. wesentlich gefährlicher als das syrische Regime wirkt, wird der Westen letztlich das Interesse daran verlieren, die syrische Opposition zu unterstützen. Vielleicht fragt man sich in Washington, London und Paris bereits, ob man nicht schon längst mit Assad zusammenarbeiten sollte. Ja, Bashar al-Assad ist der größte Profiteur des Terrors des I.S..

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